GZW 2 IMG 0060 800x600© Lifestock Productions, Dreamstime.com

In Berlin findet man alle erdenklichen Wohnformen – vom Einfamilienhaus in dörflich anmutender Umgebung oder idyllischer Havellage über stuck­verzierte Miets­häuser am Spreeufer und edle Townhouses (innerstädtische Häuser mit Garten) in bester Citylage bis zu grauen Plattenbausiedlungen. Das Mietniveau der Spreemetropole liegt zwar immer noch hinter dem anderer Großstädte wie München oder Frankfurt, doch die paradiesischen Zustände, die jahrelang den Berliner Mietmarkt bestimmten, sind passé: Laut IVD-Marktmietspiegel 2019 liegt die durchschnittliche Miete für Standardwohnlagen bereits bei 9,20 Euro pro Quadratmeter – das bedeutet eine Steigerung von über 10 Prozent in den letzten beiden Jahren.


Und auch in Berlin gibt es Wohngegenden, wo in den Top-Lagen schon Münchner Verhältnisse herrschen wie in Mitte mit seinen Spitzenmieten von bis zu 21 Euro pro Quadratmeter. Vor allem in den Szene-Stadtteilen wie Prenzlauer Berg, Kreuzberg und Friedrichshain sowie in Charlottenburg steigen die Mieten kontinuierlich an und 18-19 Euro pro Quadratmeter sind hier keine Seltenheit mehr. Gerade nachdem die sogenannte „neue Schickeria“ den Prenzlberg und auch Kreuzberg für sich entdeckt hat, werden diese für Studenten und Künstler unerschwinglich, so dass diese verstärkt in Bezirke wie zum Beispiel Neukölln abwandern, was dem Image des aufstrebenden Stadtteils gut tut. Aufbruchstimmung ist auch im ehemaligen Arbeiterbezirk Wedding zu spüren, der das Image des verrufenen „Brennpunktkiezes“ langsam ablegt und die Kreativszene mit erschwinglichen Wohn- und Gewerberäumen lockt.

Wer ein bürgerlicheres Umfeld mit gepflegtem Straßenbild und vielen Grünflächen bevorzugt und bereit ist, etwas mehr Geld auszugeben, findet sicher etwas Passendes in Charlottenburg, Wilmersdorf oder etwas abgelegener in Steglitz, Dahlem, Zehlendorf oder am Wannsee, den Stadtteilen mit der höchsten Dichte an guter Wohnlage (siehe Karte nächste Seite). Zu den attraktiven Wohnlagen Berlins zählt auch die Halbinsel Stralau im Stadtteil Friedrichshain. Zwischen Spree und Rummelsburger See sind hier seit 1999 zahlreiche moderne Wohnanlagen und besonders noble Neubauwohnungen und Townhouses direkt am Wasser entstanden. Vor allem junge Familien aus der ebenfalls in Friedrichshain ansässigen Kreativszene, zum Beispiel von Universal Music oder MTV, lassen sich hier gerne nieder.

Südwestlich von Stralau liegt der Stadtteil Treptow, der ein großes Angebot an preiswerteren Wohnungen bietet. Besonders im östlichen Teil der Stadt wurde inzwischen ein Großteil der Mietshäuser von Grund auf saniert, darunter auch viele Plattenbauten in Marzahn und Hellersdorf, die damit für weniger betuchte junge Familien an Attraktivität gewonnen haben. Im Westen wohnt man derzeit besonders günstig in Spandau, wo die Mietpreise in Standardlagen bei 8,10 Euro pro Quadratmeter liegen.